Das "Hellinger-Modell"      

Auszug aus MULTIMIND - Zeitschrift für professionelle Kommunikation
Heft 3/2001

von Viktoria Wunder, Monika und Roman Braun

 (...) Als wir begannen, Hellinger zu modellieren, waren einige vordergründige Elemente seiner Arbeit bereits nachzulesen in "Ordnungen der Liebe" und "Zweierlei Glück:

- der Ablauf einer Aufstellung von Vorinterview über die Entscheidung wie aufgestellt wird, bis hin zur eigentlichen Aufstellung vom Ausgangs- bis zum Lösungsbild,
- Prinzipien der Aufstellungsarbeit wie der intrasystemische Vorrang des Systemälteren, oder der intersystemische Vorrang des jüngeren Systems
- die Grundordnung, die durch Rituale und Umstellungen angestrebt wird,
- möglich Rituale zwischen einzelnen Repräsentanten und
- mögliche Umstellungen, um vom Anfangsbild zum Lösungsbild zu kommen.
(...)

Folgende 5 Phasen unterscheiden wir bei Familienaufstellungen:

- Vorinterview
- Feststellen der Zugehörigen
- Auswahl der Repräsentanten und das Aufstellen
- Maßnahmen während der Aufstellung
- Ende der Aufstellung
(...)
Im Vorinterview klärt der SDI®-Aufstellungsleiter mit dem Klient dessen Anliegen.
(...)
Die nächste Frage ist: Mit welchen Personen soll man die Aufstellung beginnen?
(...)
Der Klient wählt aus einer Gruppe die Stellvertreter für die aufzustellenden "Zugehörigen" sowie einen Stellvertreter für sich selbst.
(...)
Sind alle Stellvertreter einschließlich eines Repräsentanten für den Klienten ausgewählt, beginnt der Klient mit dem Aufstellen der Repräsentanten. Als erstes stellt der Klient seinen eigenen Stellvertreter auf, den so genannten Focus, nachfolgend stellt er die anderen Stellvertreter räumlich in Beziehung zum Focus und zueinander.
(...)
Die Stellvertreter haben die Aufgabe, genau auf Veränderungen zu achten, die sich in ihrer Kienästhetik (körperliche Befindlichkeit und Gefühle) einstellen, zB darauf, dass das Herz schneller schlägt, ...sie sich traurig oder leicht fühlen...
(...)

                                        Der SDI-Loop      

Auszug aus Titelgeschichte von
MULTIMIND - Zeitschrift für professionelle Kommunikation
Heft 2/2001
von Viktoria Wunder, Monika und Roman Braun

Im ersten Teil wird es um unsere - durch das Modelling veränderte - Sicht des NLP gehen. Als wir damit begannen, erwarteten wir nicht, dass es sich derart förderlich auf unsere Sicht des NLP auswirken könnte.

Wir danken allen Kollegen für den fruchtbaren Ideenaustausch, im Besonderen Robert McDonald, Wyatt Woodsmall, Klaus Grochowioak, Lucas Derks und Matthias Varga von Kibéd.

Teil 1: Ein systemisches Modell des Menschen

 


"Der Mensch steht in der Mitte der Schöpfung, zwischen Stoff und Geist, zwischen Zeit und Ewigkeit."
Albertus Magnus

Was zu Beginn des Hellinger-Modellings zu Tage trat, stand, oberflächlich betrachtet, im Gegensatz zu den Grundannahmen des NLP. Intuitiv vermuteten wir aber das Gegenteil.

Ausgerüstet mit all unseren Matching-Fähigkeiten machten wir uns also auf den Weg das Gemeinsame zu finden. Recht bald erkannten wir, dass die beabsichtigte Synthese nur dann gelingen kann, wenn zuerst das Zusammenspiel der grundlegendsten und gebräuchlichsten NLP-Modelle klarer gemacht wird, als es für die NLP-Praxis oft notwendig erscheint.

Im Modell des SDI-Loops bieten wir eine "Unified Field Theory" bisher nahezu unzusammenhängender NLP-Modelle an:

Konstruktivismus
Das TOTE-Modell
Die Dreiteilung: Äußeres Verhalten - Interne Prozesse - Interne Zustände
Die Neuro-Logischen Ebenen von Robert Dilts

Definition der Elemente
"Denn hast du die Teile in der Hand, fehlt leider nur das geistige Band"
Johann Wolfgang von Goethe: Faust I

1. Wahrnehmungen
Landkarten erster Ordnung. Sinnesspezifische Wahrnehmungen. {VAKOG}extern .

"Alles Denken aber muss sich... auf Sinnlichkeit beziehen, weil uns auf andere Weise kein Gegenstand gegeben werden kann."
Immanuel Kant

2. Konstrukte
Landkarten zweiter Ordnung, Bedeutungszuschreibungen und Schlussfolgerungen mit der Struktur Komplexe Äquivalenz oder Kausal-Zusammenhang, {VAKOG}extern   {ist gleich /ist nicht gleich} {VAKOG}intern  .Sie erfolgen durch Assimilation und Akkomodation2.

3. Gefühle
Entstehen durch den Vergleich zwischen dem, was wir meinen, das der Fall ist (siehe 2.), und dem was wir meinen, das der Fall sein sollte (siehe 4.)

4. Werte
Durch Generalisierung aus einzelnen, positiv oder negativ konnotierten Erfahrungen entstandene Nominalisierungen. Sie wirken in unseren Motivationsstrategien als jenes, worauf wir uns zu- oder wovon wir uns wegbewegen.

5. Vision
Transindividueller Idealzustand, zeigt die Verbindung zwischen dem Individuum und dem Ganzen durch ein hochgechunktes Zielbild, welches das Wertesystem idealtypisch repräsentiert.

6.(Sinn)
Der möglich verborgene Sinn hinter der Vision.

"Der Sinn, der sich aussprechen lässt, ist nicht der ewige Sinn. Der Name, der sich nennen lässt, ist nicht der ewige Name."
Laotse

7. Mission
Die persönliche Aufgabe, die mit dem Sinn zusammenpasst, und die die Welt der Vision näher bringen könnte.

8. Glaubenssätze
Vorannahmen, die reflektiert oder unreflektiert, jedenfalls aber sinnesspezifisch unüberprüft, unserem Denken und Handeln zugrunde liegen. Sie sind jeweils eingebettet in ein sich selbst unterstützendes System von Glaubenssätzen.

"Wenn wir anfangen etwas zu glauben, so nicht einen einzelnen Satz, sondern ein ganzes System von Sätzen. (Das Licht geht nach und nach über dem ganzen auf.) Nicht einzelne Axiome leuchten mir ein, sondern ein System, worin sich Folgen und Prämissen gegenseitig stützen."
Ludwig Wittgenstein

9. Denken
Zielgerichtete interne Prozesse - {VAKOG}intern - innerhalb des durch Glaubenssätze vorgegebenen Rahmens und der durch die Fähigkeiten (siehe 10.) festgelegten Möglichkeiten der Kombination. Die besonderen Bedingungen hier sind die Möglichkeiten der Negation (z.B. der ersten Position durch Dissoziation, des Gegebenen durch Zielbildung etc.) der zeitlichen Verzerrung und der Selbstreferenz sowie die letztlich Ausrichtung auf Handlungsentwürfe.

10. Fähigkeiten
Die Summe aller zur Verfügung stehenden Strategien im Sinne von zielgerichteten Sequenzen von VAKOG-Repräsentationen.

11. Aktivitäten
Innerhalb des durch die äußere Welt vorgegebenen Rahmens und der durch die Fähigkeiten festgelegten Möglichkeiten der Kombination erfolgende, äußerlich wahrnehmbare, physiologische Prozesse.

12. (Welt)
Der Begegnungsraum von "Motorium" und "Sensorium" in Heinz von Foerster: Die "Wirklichkeit",
die jene Signale zur Verfügung stellt, welche auf unser Sensorium beim Prozess der Wahrnehmung (siehe 1.) einwirken,
auf welche unser Motorium durch unsere Aktivitäten einwirkt,
in welcher eine Rückkoppelung zwischen Wahrnehmungen und Aktivitäten geschieht.

(...)

 
 

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